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Written by: Esther und Frau Küpper

Die erste Übernachtung in fremder Umgebung und unter Einheimischen ist geschafft. Wir hören von Villen, riesigen Wohnungen, herzlichster Aufnahme, großem Interesse, Freude über unsere Anwesenheit. Die Kommunikation ging über Deutsch,  Englisch und Google-Übersetzer. Gegessen wurden von Linsensuppe über Lasagne und Palmenherzen – Quiche bis zur Pizza auch brasilianische Gerichte.  Überhaupt, die Essensaufnahme funktioniert bestens, wir werden mit zusätzlichen Pfunden nach Hause kommen.

Am Vormittag stand ein Besuch in einem Museum an, welches u.a. auch Bilder und Fotografien brasilianischer Künstler zeigte. Das brachte uns Brasilien auch wieder ein Stück näher. Im Anschluss daran gab es schon wieder, ja…………etwas zu essen. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt durch das Zentrum von Curitiba kamen wir zur Capela Santa Maria – unserem nächsten Konzertort.  Dort tritt normalerweise  ein professioneller Kammerchor gemeinsam mit einem Barockorchester auf – also ein renommierter Konzertsaal – unsere wunderschöne Stadthalle in Miniatur – ungefähr 250 Sitzplätze und eine wunderbare, feine Akustik, die unserem gemeinsamen Musizieren sehr gut getan hat. Wir konnten alle Register ziehen, leise, laute Klänge sowie langsame und schnelle Tempi konnten sehr differenziert ausgelotet werden.   Aber – der Dirigent ist ja auch nur ein Mensch – der Kuckuck unseres Quartetts kam etwas später im Programm als geplant – er wurde einfach vergessen. Das charmante Lächeln der vier Mädchen machte darauf aufmerksam, dass irgendetwas nicht stimmte – und er wurde nachgereicht – zur Freude der Zuhörer.  Als Zugabe sangen wir das brasilianische Kinderlied A Zing A Za – diesmal mit vorheriger Ansage. Denn beim Konzert zuvor hatte Frau K. spontan eine Zugabe angesagt – aber weder sie noch die Mädchen hatten die Noten in ihrer Mappe – und so musste es auswendig gehen – und es ging!!!! Kommentar Frau Bennemann: „Gracas a deus lagen meine Noten in der richtigen Reihenfolge“.

Die darauffolgende Nacht war kurz – alle mussten um 5 Uhr am Bus sein – und es waren alle pünktlich da. Nach einem frühmorgendlichen Ständchen für unsere sehr freundlichen Gastgeber ging es dann zum Flughafen. Dort stellte sich heraus, dass unsere Maria Bennemann ihren Pass nicht mehr finden konnte. Nach einigem hin und her blieb sie mit Elsa Cäsar in Curitiba  - die beiden treffen wir morgen auf dem Flug nach Foz wieder- und wir flogen also weiter nach Porto Alegre. Nach einer ca. einstündigen Busfahrt kamen wir in Ivoti an – unserem nächsten Unterbringungs- und Konzertort. Auch dort wurden wir sehr herzlich empfangen – das Küsschen und die Umarmung geben wir jetzt schon fast selbstverständlich zurück.  Da nun unser Tastenlöwe fehlte, mussten wir mit dem Programm etwas improvisieren. Alle a cappella Stücke kamen nun zur Geltung – und ein 13jähiges, sehr begabtes Mädchen übte den Nachmittag über die 3 Stücke aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ – so dass wir diese gemeinsam aufführen konnten. Begrüßt  hat uns das Schulorchester der örtlichen Privatschule – sie eröffneten das Konzert mit vier kurzweiligen Stücken.  Wir hatten eine volle Kirche und standing ovations. Was will man mehr? Boa noite.

Mein Auge wacht über Curitiba.

Wasser Wellen Glas.

Mein Privatjet wurde zur Hauptstadt Brasiliens.

Mit einer Waschanlage verdiene ich mein Geld.

Meine Lebensdaten verrate ich nicht, sonst könnt Ihr mich zu einfach googeln. Aber Methusalem ist mein zweiter Name.

Mit den Bedürfnissen von Pennälern kenne ich mich nicht so aus, deshalb stelle ich mein Gebäude der Kunst zur Verfügung.

Sängerin A. H beauftragt mich mit der Errichtung ihres Hauptquartieres.

Auflösung: …bei den Mädchen des Konzertchores per Whatsapp, ansonsten bald in Wuppertal….

Nicht zu glauben, wir sind da; ja, schön; super gastfreundlich; Fahne am Flughafen; Menschen sind so angerührt von uns; knuffig; herzliche Leute aber hässliche Umgebung; Standing Ovation für Claire de lune; so freundlich; sehr grün; offene Menschen; krasse Gegensätze; coole Mentalität; viel Graffiti; Masten voller Stromkabel; gastfreundlich; hügelig; hat Charme; viele Reize; warm und grün; wunderschön; Schwierigkeiten beim Essen bestellen; körperliche Umstellung; Palmen; die Gruppe ist fantastisch; andere aber schönere Lebenseinstellung; bunt; Selbstverständlichkeiten verschoben; Prioritäten auf Lebensfreude und Herzlichkeit weniger auf Umwelt und Sauberkeit; leckeres Obst; Warmherzigkeit; viele Hochhäuser; komische Bürgersteige; junge Leute gehen auf uns zu; Leute kommen und gehen beim Konzert; Glaubensbekenntnis nach draußen senden; schöne Landschaft; Toilettenpapier….; warum kann hier niemand Englisch!; bisher habe ich keine Mücke erwischt; Zebrastreifen sind überflüssig; bequeme Busse; leckere mamão, abacaxi, Kokoskuchen; URWALD!!!  

Wo gibt es das leckerste Sauerkraut, das saftigste Kassler, das dunkelste Bier, die gewagtesten Trachtenhüte und die lauteste Schunkelmusik…

…..falsch geraten, hier in Santo André….

Oktoberfest in der Gemeinde Paróquia Do ABCD. Im Anschluss an einen zweisprachigen Gottesdienst, in dem die Mädchen wunderschön gesungen haben, wurde gefeiert. Lang war er o culto, sehr persönlich, lebhaft, voller Dankbarkeit für das gegenseitige Kennenlernen.  Auch Frau Dermanns Spontanität wurde auf die Probe gestellt, in Nachtarbeit die Predigt umgeschrieben, mit einem eindeutigen Talent zur  Stadtführerin Wuppertals. Friedrich Engels bei den Lutheranern! Passt!

Jetzt sitzt die Verfasserin dieses Bogs gerade in der katholischen Kirche Santo Antonio und lauscht der Probe zum heutigen Konzert am Abend. Ein großer Christus thront über den Mädchen, davor der heilige Antonius mit dem kleinen Jesus auf dem Arm, ein bisschen kitschig hellblau umleuchtet. Licht fällt durch die goldenen Fenster mit den violetten Kreuzen.  Laudate Pueri…zum Heulen schön….

Der Flug war lang und anstrengend, aber schließlich führen alle Wege nach Sao Paulo.

Dann noch eine kurze Busfahrt nach Santo André, und dem ersten brasilianischem Frühstück stand nichts mehr im Wege, frutas maravilhosas, Papaya, Zuckerbananen, Ananas, verschiedenes Gebäck, Kuchen und viel Kaffee!

Und weil die Jugend ja unverwüstlich ist, ging es gleich danach zur ersten Probe ins Gemeindezentrum der evangelischen-lutherischen Kirche Paróquia do ABCD, die Stimmen haben den Flug gut überstanden, zumindest fast alle, unsere Kränkelnden werden liebevoll versorgt!

Am Nachmittag großer Bahnhof im Gemeindezentrum, ein bisschen Proben, ein bisschen shoppen, ein bisschen sportliche Betätigung.

… und wann ist heute absolute Bettruhe: 21.00 Uhr, und nein, wirklich niemand hat protestiert!